I Der Traum vom Ötztaler Radmarathon
Am 28. August war es soweit: 4.500 Radsportbegeisterte machten sich auf den Weg, um ihren Traum vom Ötztaler Radmarathon zu verwirklichen. Mit dabei vom LTC Wangen waren Klaus Bülow und Birgit Kröll. Doch was steckt hinter dem Mythos "Ötztaler Radmarathon"? Es ist einer der schwersten Radrennen mit 238 km und 5.500 Höhenmetern. Mit Start und Ziel in Sölden führt die Strecke zuerst über das Kühtai und anschließend über Brenner- und Jaufenpass. Nach beinahe 200 km und 3.500 Höhenmetern in den Beinen wartet eine der höchsten Passstraßen Europas auf die Athleten: das Timmelsjoch. Die Passhöhe auf 2.500 Metern treibt die Radsportler an ihre Grenzen und manch einer denkt bereits ans Aufgeben. Doch aufgeben möchte nun keiner mehr.
Bei eisig kalten 2°C fiel um 6.45 Uhr der Startschuss und das Abenteuer begann. „Man kann sich nicht vorstellen, was einen erwartet“; so Klaus Bülow. Die Sonne zeigte sich langsam hinter den Gipfeln und oben am Kühtai grasten die Kühe im Schnee neben zahlreichen Menschen, welche die Athleten betreuten und anfeuerten. In einer rasanten Abfahrt ging es Richtung Innsbruck und über den Brenner. Die Temperaturen kletterten inzwischen auf angenehme zweistellige Werte. „Die Zeit verging so rasend schnell“; so Birgit Kröll. Auf den letzten Höhenmetern am Jaufenpass blies kräftig der Wind und zehrte an den noch vorhandenen Kräften. Die Abfahrt war anspruchsvoll und verlangte volle Konzentration. Und da war es nun: das Timmelsjoch, und die letzten 1.800 Höhenmeter trennten die Athleten von ihrem Traum. „Ich zählte die Höhenmeter rückwärts und kurbelte mich erschöpft und in Trance nach oben“, erzählte Birgit Kröll. Die letzte Abfahrt, ein kleiner Gegenanstieg und es war vollbracht. Nach fantastischen 9:09h erreichte Klaus Bülow das Ziel in Sölden. „Es war unbeschreiblich“, lautete das Resümee des Wangeners. Sichtlich erschöpft und glücklich fuhr Birgit Kröll nach 11:03h in Sölden ein. „Nachdem mein Körper ab dem Fuße des Timmelsjochs jegliche Nahrungsaufnahme verweigerte, bin ich überglücklich, mich durchgebissen zu haben“, so das Fazit der LTC-Athletin. Ob die beiden dieses Abenteuer noch einmal bestreiten werden, steht noch in den Sternen.
Aktualisiert (Donnerstag, 01. September 2011 um 06:15 Uhr)







