I Schwalbe Tour Transalp 2011 - wir waren dabei!

Am Sonntag den 26. Juni 2011 fiel bei sommerlichen Temperaturen und Gänsehaut Feeling der Startschuss zur ersten Etappe der Schwalbe Tour Transalp und 1200 begeisterte Rennradfahrer machten sich auf den Weg über 19.553 Höhenmeter und 917 Kilometer nach Arco. Der erste größere Pass auf der Strecke war das Hahntennjoch mit Steigungen bis zu 19%. Die bis dahin herrschende Hitze machte uns ganz schön zu schaffen. Als uns dann noch am Fuß des Passes das “Fine Gara Auto“ überholte, welches den verkehrsfreien Bereich begrenzte, benebelte uns zahlreiche Rallyeautos mit Abgasen und stinkenden Kupplungen. Aber da hieß es Luft anhalten, Gas geben und ab nach Imst!
Der zweite Tag führte uns wieder bei tropischen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein über den Arlbergpass und die Silvretta Hochalpenstraße nach Ischgl. Ganz langsam fanden wir unseren Wettkampfrhythmus. Der Durst war nicht zu stillen und die heißen Temperaturen setzten uns ganz schön zu. Die abendlichen Pastapartys und auch das Frühstück wollten uns am dem ersten Tagen nicht schmecken. Trotzdem hieß es für uns, jeden morgen um 9.00 Uhr startbereit mit dem Rad und hoch motiviert im Startblock zu stehen und sich noch einmal die kommende Tagesetappe und vor allem das Höhenprofil einzuprägen. Als wir am 3. Tag den Reschenpass und die Vinschgauer Höhenstraße überwunden hatten ging es am vierten Tag mit viel Kraft und Power auf das Dach der Tour, das Stilfser Joch dessen Passhöhe auf 2753 Metern liegt. Die Vorfreude war groß. Nach 30 km neutralisiertem Fahren oder besser gesagt „bolzen“ (35km/h leicht bergauf) erreichten wir Prad und der Anstieg begann. Auf dem Weg, die 2200 Höhenmeter zu erklimmen kam uns “Giuliano Calore“ entgegen. Ein verrückter Radfahrer, der schon mehrere Rekorde am Stilfser Joch aufgestellt hat und auch dieses Mal freihändig und ohne Lenker die Kehren des “Stelvio“ herunterzirkelte. Im absoluten Höhenrausch erreichten wir nach 3500 Höhenmetern das Ziel dieser Etappe in Livigno. Dort angekommen begrüßte uns der Sprecher durch sein Mikrofon: “die Mädels vom Früchte Jork in Isny sind eben ins Ziel gefahren“ und teilte uns mit, dass wir zum ersten Mal unter die Top Ten geradelt sind. Unsere Freude war riesig groß, wir waren den Freudentränen nahe und die Anstrengungen der letzten Tage waren zumindest für einige Momente wie weggeblasen. Langsam gewöhnten wir uns an die Anstrengungen, unsere Magenschmerzen wurden weniger und der Appetit kehrte zurück. Zum Ausgleich wuchsen aber Tag für Tag unsere Sitzprobleme auf dem Fahrradsattel, der schon deutliche Spuren hinterlassen hatte. Hier halfen nur noch die Wunderwaffen Hirschtalg und Retterspitzsalbe. Die fünfte Etappe begann in Livigno bei bedecktem Himmel nach der unglaublichen Hitze der letzten Tage angenehm kühl. Die ersten Kilometer begleitete das Fahrerfeld die deutsche Eisschnelllauf Nationalmannschaft, die zum Höhentraining in Livigno gastierte. Auf den Spuren des Giro d`Italia führte uns die Route über den berüchtigten Mortirolo, einen Pass mit bis zu 20% Steigung und einer Durchschnittssteigung von 12%. Für uns bedeutete dies, für etwa eineinhalb Stunden die Kurbel im Wechsel stehend und sitzend “zu würgen“.
Die sechste Etappe am Folgetag mit 140 km und 3100 hm galt nach zwei schweren Etappen als die Königsetappe. Wir fuhren flott los, teilten unsere Kräfte aber trotzdem gut ein und konnten auf den letzten 20 km sogar angreifen und vier Damenteams überholen. Diese Attacke verlangte von uns alle noch vorhandenen Kräfte und der Puls war am Anschlag. Riesig Spaß gemacht hat es aber wahrscheinlich gerade deshalb und die Freude wurde noch größer, als wir in der Tageswertung den 9. Platz erreicht hatten und von Holger im Ziel begrüßt wurden. Gut gelaunt und motiviert fanden wir uns wie gewohnt am letzten Tag im Startblock ein. Wir freuten uns auf die letzte Etappe und die letzten drei Pässe. Als sich uns nach etwa 2200 gefahrenen Höhenmetern der Blick auf den Gardasee offenbarte hatten wir es fast geschafft. Die letzte Abfahrt war wunderschön und der Adrenalinspiegel schoss bei der Zieleinfahrt in Arco ein letztes Mal in die Höhe. Die Emotionen fuhren Achterbahn. Es war unbeschreiblich Im Zielgelände tauschten wir noch einmal die Erfahrungen der vergangenen Woche mit einigen Teams aus, die wir kennen gelernt hatten und bei denen wir die “Früchtchen aus dem Allgäu“ waren. Im Gesamtklassement landeten wir in der Damenwertung überglücklich auf dem 11. Platz.
Aktualisiert (Montag, 01. August 2011 um 07:44 Uhr)







